Kuttersegeln – eine ganz neue Erfahrung!

zur mitteldeutschen Segelwoche 2020

Am Eröffnungswochenende der MDSW hatten wir die große Freude, Kuttersegler vom Seesportverein Rudolstadt 1990 e.V. mit ihrer „Albatros“ zu Gast zu haben. Der 50 Jahre alte ZK-10-Holzkutter aus GST-Beständen ist regelmäßig von Kloster aus auf der Bleilochtalsperre unterwegs, in einem perfekten Zustand und die Mannschaft brennt sichtlich für ihr großes Fahrzeug. Überhaupt, die Mannschaft... Die fünf Jungs nehmen uns Neulinge liebevoll und ruhig an die Hand, lassen uns erstmal machen und greifen aber dann auch entspannt und klar ein: Beim Ablegen unter Riemen am Kat-Strand treiben wir in Legerwall-Position Richtung Schilf, worauf mich Seebär Witze freundlich von der Ruder- auf die „Ersatzbank“ lotst, selber Hand anlegt und mit ein paar kraftvollen Riemenschlägen den Kutter wieder in Fahrt bringt. Das passiert so selbstverständlich und unaufgeregt, dass ich mich sofort wohl fühle.

Bei der Regatta am Folgetag sieht es auf der ersten Kreuz gegen unseren einzigen Konkurrenten auf dem Teich, den GFK-Kutter „Hexe“ vom gegenüber beheimateten Leipziger Seesportclub e.V., anfangs gar nicht schlecht aus. Leider verwandelt sich die „Albatros“ kurz darauf schon an der ersten Tonne in eine Bastelbude, da eine Spischotklemme sich verabschiedet und Werkzeugkasten und Improvisationstalent immer mal wieder gebraucht werden... Aber, auch dies: Kein Grund für Unruhe oder Gemecker an Bord, es scheint den Männern eher Spaß zu machen, immer mal ran zu müssen!

Krönender Abschluss am Sonntag: Bei drei Fahrten durften Gäste aufspringen und das besondere Erlebnis Kuttersegeln teilen. Dabei zeigten Steuermann Burgi und seine Crew noch mal voll ihr Können: Vom Liegeplatz kommend hielten sie mit ordentlich Schmackes bei halbem Wind auf eine „Parklücke“ zu, die den Schaulustigen auf dem Steg viel zu kurz vorkam. Während alle die Luft anhielten, kamen entspannt die Kommandos: Fender Steuerbord über, Fock ein, klar bei Vorleine, Segel fieren. Der Kutter drehte in den Wind, stand nach einer Bootslänge, der Bugmann Max sprang gekonnt über und Jana Weißbach (ihre Segelschüler samt Jolle hatte sie schon in Sicherheit gebracht) entfuhr ein anerkennendes: „Na, der weiß, was er macht!“

Danke Euch Fünfen! Auf dass wir uns in der nächsten Saison wieder sehen – auf der Bleiloch, der Kieler Förde oder hier bei uns...

Peter

p.s. Dank an pic@max_lange für die Fotos

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